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Das Lucia-Fest in Schweden

Durch mein Studium lerne ich viele interessante Menschen aus der ganzen Welt kennen. Verschiedenste Veranstaltungen der studentischen Fachschaften haben mir zusätzlich geholfen, die einzelnen Länder und deren ganz unterschiedliche Festlichkeiten zu verstehen. Ein Land, das mich dabei besonders in seinen Bann gezogen hat, ist Schweden. Kurz vor Weihnachten, genauer gesagt am 13. Dezember 2016, gibt es einen tollen vorweihnachtlichen Brauch: das alljährliche Lucia-Fest.

Dieser besondere Tag ist nicht nur der Gedenktag der Heiligen Lucia, sondern auch laut der Gregorianischen Kalenderreform der kürzeste Tag des Jahres. Das Lucia-Fest wird schon seit 1780 zelebriert und hat ganz bestimmte festliche Merkmale.

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Zum Lucia-Fest wecken die Kinder ihre Eltern (und in den späten Schuljahren auch ihre Lehrer) vor dem Sonnenaufgang mit einem Luciatåg: Ein Mädchen wird bestimmt und darf die Lucia spielen. Dabei trägt sie ein weißes Gewand, ein rotes Band um die Taille und einen Kranz mit Kerzen auf dem Kopf. Meistens folgen ihr noch weitere Mädchen („tärnor“), die wiederum auch Kerzen in den Händen halten. Diese Prozession wird meistens noch von weiteren verkleideten Kindern ergänzt. Manchmal wird Lucia auch von Sternenknaben („stjärngossar“), Pfefferkuchenmännchen („pepparkaksgubbar“) und Wichten („tomtar“) begleitet.

Die offizielle Lucia von Schweden wird jedes Jahr wieder neu gewählt. Die Krönung der Gewinnerin ist immer ein kleines Spektakel, da die Lucia von Schweden immer im Freilichtmuseum Skansen in Stockholm feierlich gekrönt wird.

Neben dieser feierlichen Prozession gibt es aber auch viele kleine Bräuche. Es werden viele traditionelle Lucia-Lieder gesungen und eine Menge traditionelles schwedisches Gebäck gegessen. Neben den bekannten Pfefferkuchen („Pepparkakor“) und dem schwedischem Glögg ist es vor allem das traditionelle Safrangebäck („Lussekatter“), auf das ich mich jedes Jahr immer wieder freue.

Dieses beliebte schwedische Hefegebäck mit Safran bedeutet übersetzt schwedische Luziakatzen. Diese sogenannten Lussekatter gibt es in einer Vielzahl an unterschiedlichen Formen. Am häufigsten verbreitet sind aber die S-förmigen ‘Julgalten’, bei denen die Enden des Teiges eingerollt und mit einer Rosine verziert werden. Ich möchte gern versuchen, dieses Gebäck selbst zu backen:

Für 35 Stück werden folgende Zutaten benötigt:

1 Päckchen frische Hefe (42-50g)

100g Butter

5dl Milch

250g Speisequark

0,5g Safran

1,5dl Zucker

0,5 TL Salz

17dl Weizenmehl

Rosinen

1 Ei

Zuerst geht es an die Verarbeitung der Hefe. Diese muss in einer Schüssel zerbröckelt werden. Die Butter muss in einem Topf geschmolzen werden und zusammen mit der Milch auf maximal 37 °C erwärmt werden. Der warme Mix aus Milch und Butter wird zur Hefe hinzugegeben.

Quark, Safran, Zucker, Salz und den Großteil des Mehls dazugeben und alles gut verkneten. Den Teig danach für mindestens 30 Minuten überdeckt bei warmer Zimmertemperatur stehen lassen. Nach dieser Wartezeit den Teig in 35 Teile teilen, daraus fingerdicke Rollen formen und die Enden in entgegengesetzte Richtungen eindrehen.

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Diese S-förmigen Stränge auf ein Backblech legen, auf dem Ihr zuvor Backpapier gelegt habt. Die Mitte der Kringel verziert Ihr mit einer Rosine. Die fertig geformten und verzierten Kringeln müssen jetzt noch ein Mal für 30 Minuten ruhen. Deckt das Backblech am besten mit einem sauberen Küchentuch ab.

Bestreicht anschließend Eure Luziakatzen mit Ei und backt diese 5-8 Minuten bei 225 °C Ober- und Unterhitze. Bevor Ihr das Gebäck genießen könnt, lasst es auf dem Gitter auskühlen. Am besten schmeckt diese schwedische Spezialität mit einem heißen Glögg!

Ein schönes Lucia-Fest wünsche ich Euch,

Euer Eric

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