BrockmansGin

Brockmans Premium Gin – der Geschmack dunkler Beeren

Heute möchte ich Euch einen meiner absoluten Lieblings-Gins vorstellen. Dazu muss ich etwas weiter ausholen:

Wie Ihr wisst, hat mich das Gin Revival, als es begann, so richtig in seinen Bann gezogen. Klar, der auch schon vorher weithin erhältliche Gordon’s Gin war und ist natürlich ein klasse Wacholderbrand mit langer Geschichte und tadellosem Ruf, aber trotzdem war es einfach schön, auf einmal etwas mehr Auswahl zu haben.

So konnte ich statt ausschließlich London Dry Gin endlich einmal einen Old Tom Gin mit prägnanter Süße oder mit Schlehen versetzten Sloe Gin probieren – beide von Hayman’s.

Und dann gab es da natürlich plötzlich die zahlreichen New Western Dry Gins, die weniger nach Wacholder schmeckten, als vielmehr mit ausgefallenen und teilweise irrwitzigen Botanicals zu unterhalten wussten. Bombay Sapphire mit seinen kolonialgeschichtlich inspirierten Gewürzen war, glaube ich, der Startschuss zu dieser Entwicklung. Dazu kamen Gins aus den verschiedensten Ländern, die ich oft überhaupt nicht mit dem urbritischen Allheilmittel von Queen Mum in Verbindung gebracht hätte. Besonders gut ist mir dabei der pikante Dictador Gin aus Kolumbien im Gedächtnis geblieben, von dem ich Euch schon berichtet habe.

Aber worüber wollte ich eigentlich schreiben? Ach ja: Es kam, wie es kommen musste. Irgendwann war der Verfasser dieser Zeilen zum vermeintlichen Experten herangereift, der meinte, alles schon gesehen zu haben und der den Reiz des Neuen in keinem Gin mehr neu entdeckte. Plötzlich waren dem strengen Kritiker in mir die New Western Gins zu modern, die London Dry Gins zu altmodisch – nichts konnte mich mehr überraschen. Da beschloss ich aus einer Laune heraus, die schwere, altmodisch wirkende Flasche in undurchdringlichem Schwarz, die mich schon häufiger aus dem Regal angefunkelt hatte, zu erwerben: den Brockmans Gin!

 

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Davon hatte mich bisher immer der stolze Preis abgehalten, da ich vermutete, dass es sich hierbei um einen Dry Gin alter Schule handelte, den Beefeater und Tanqueray [oder Martin Miller’s und Mayfair?] meiner Meinung nach schon für einen relativ moderaten Preis perfektioniert hatten. Ich lag allerdings komplett falsch:

Brockmans kommt in der Tat aus London und weist die moderate Zahl von „nur“ elf Botanicals auf, ist aber eher im New Western Style als im London Dry Gin Stil zu Hause. Es ist beim Brockmans Gin gar nicht so, dass die Botanicals, die für ihn verwendet werden, aus den entlegensten Winkeln der Welt eingeflogen werden (so kommt der Wacholder etwa aus Italien), und die meisten sind auch eher traditioneller Natur. So besonders machen diesen Gin für mich allerdings die Brombeeren und Blaubeeren, die für eine traumhafte Fruchtigkeit sorgen, dabei aber weder aufgesetzt noch parfümiert wirkt. Hatte ich zunächst einen traditionellen Premium Gin wie Tanqueray Ten oder Gilpin’s mit frischer Zitrusnote und dominantem Wacholder erwartet, so traf mich der erste Schluck völlig unerwartet mit einer Old Tom Gin ähnlichen vollmundigen Süße und eleganten Aromen, die leicht an die Rosenblätter im ebenfalls absolut empfehlenswerten Hendrick’s Gin erinnerten.

 

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Mit seinem wahnsinnig weichen und milden Geschmack, der dabei extrem viele Details aufweist, ist Brockmans meiner Meinung nach neben dem legendären Monkey 47 aus dem Schwarzwald der Gin, den man am besten pur genießen kann. Für komplexe Cocktails ist er definitiv zu schade – im Highball benötigt er auf jeden Fall einen ebenbürtigen Partner. Meine Favoriten sind dabei das hochwertige Tonic Water von Thomas Henry, das mit seinem intensiv bitteren Chininaroma einen guten Kontrast zu den fruchtigen Noten von Brockmans bildet, sowie das, extravagante Dry Tonic Water von Schweppes.

Ich könnte noch stundenlang weiterschreiben über den unglaublich ausgefeilten und bis ins kleinste Detail perfekt abgestimmten Geschmack von Brockmans – von den feinen Mandelaromen und der eleganten Note, die die Schwertlilie ins Spiel bringt, habe ich ja noch gar nicht angefangen –, aber Ihr müsst ihn sowieso selbst probieren – danach wisst Ihr, was ich meine.

 

Mein Tipp für Euch: Probiert den Gin, anstatt mit Gurke oder Zitrone, unbedingt mit Himbeeren, Blaubeeren oder Brombeeren zusammen!
Euer Mirko vom Lieferello-Blog-Team

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