Die Paleo-Diät

Die auch hierzulande immer beliebter werdende Paleo-Diät ist einer der wichtigsten Ernährungstrends der letzten Jahre. Der etwas skurril anmutende Name leitet sich von lateinischen Begriff für die Altsteinzeit ab, die als Paläolithikum bekannt ist. Bei dieser Ernährungsmethode wird nach dem Prinzip verfahren, dass man sich in seinem Essverhalten insofern nur auf das Notwendigste beschränkt als dass hier ausschließlich mit Zutaten gearbeitet wird, die auch die Jäger und Sammler zu Urzeiten, um genau zu sein in eben jenem Paläolithikum, zur Verfügung hatten.

 

 

Zusammengefasst verzichtet Ihr bei der Paleo-Diät auf:

Zucker

Alkohol

Getreide (also auch getreidelastige Nudeln und Brot)

Milchprodukte

Hülsenfrüchte (Bohnen, Linsen, Erzeugnisse aus der Sojabohne)

Raffinierte Fette wie Margarine, Sonnenblumenöl etc.

Verarbeitete Produkte also auch Wurst, Frikadellen etc.

 

 

Erlaubt hingegen ist:

Fleisch

Fisch und Meeresfrüchte

Eier

Obst

Nüsse und Samen

Fett wie z.B. geklärte Butter (Ghee), Kokosfett, Olivenöl

Wasser, Tee, Kokoswasser

Kaffee in begrenzten Mengen

 

Vorteile:

Einer der größten Vorteile der Paleo-Diät gegenüber herkömmlichen Ansätzen zur Optimierung der Ernährung liegt unter anderem darin, dass wirklich feste „Ess-Regeln“ aufgestellt werden. Dadurch wird die Chance, durch Kompromisse oder selbst erteilte Ausnahmen verführt zu werden, minimiert. Man ist bei der Paleo-Diät nicht dazu angehalten, Kalorien zu zählen und auch die Portionsgrößen sind im Wesentlichen in ihrem Umfang nicht beschränkt. Durch den geringen Zuckerkonsum wird die Wahrscheinlichkeit vergrößert, dass sich der Körper den Heißhunger auf Süßes selbst „abtrainiert“ oder zumindest reduziert. Denn mit der bildlich gesprochenen „Achterbahnfahrt“ des Insulinspiegels fällt bei der Paleo-Diät eines der größten Probleme anderer Diäten im Regelfall weg: Dem Körper werden hier nämlich keinerlei Zusatzstoffe, Konservierungsmittel, Geschmacksverstärker oder andere künstliche Stoffe hinzugefügt, die zwangsweise den Appetit und somit auch den gefährlichen Heißhunger wieder ankurbeln würden.

 

Nachteile:

Jedoch müssen bei der Paleo-Diät auch eine ganze Reihe potenzieller Nachteile bedacht werden, die bei der Planung einer solchen Umstellung definitiv eine wichtige Rolle spielen: So muss sich jede/r selbst die Frage stellen, ob er oder sie dazu in der Lage ist, eine Paleo-Diät auch effizient umzusetzen, denn konsequent wie bei nahezu keiner anderen Diät gilt bei der Paleo-Ernährung das Motto: Ganz oder gar nicht! Man muss sich dessen bewusst sein, dass die Auswahl der potenziell essbaren Lebensmittel und Kochzutaten deutlich eingeschränkt, der gewohnte Besuch im Restaurant an der Ecke oder in der Bürokantine deutlich erschwert und im schlimmsten Fall unmöglich wird. Durch den Verzicht auf Milchprodukte wird dem Körper gezwungenermaßen auch weniger Calcium zugeführt, das sich im Regelfall für eine Stärkung der Knochenstrukturen im menschlichen Körper verantwortlich zeichnet. Der mit der Paleo-Diät einhergehende erhöhte Fleischbedarf kann zu erhöhten Blutfettwerten führen, die wiederum auf Dauer in Herz- und Gefäßerkrankungen münden können. Außerdem muss bedacht werden, dass die Hunger- und Sättigungswahrnehmung im Rahmen der Paleo-Diät nicht wesentlich verändert wird, was im Klartext bedeutet, dass auch bei „Paleo-geeigneten“ Lebensmitteln eine zu hohe Kalorienzufuhr schlicht und ergreifend dazu führt, dass man zunimmt. Und als letzter und absolut wichtiger Nachteil, der bei einer Paleo-Diät beachtet werden muss, sei an dieser Stelle erwähnt, dass diese Art der Ernährung nicht für Vegetarier geeignet ist, da eine gewisse Menge an fleischlichen Lebensmitteln hier unabdingbar ist.

 

Fazit:

Das Fazit der Paleo-Diät fällt durchwachsen aus, denn wie eben bereits betont und immer wieder wichtig anzuführen, lebt dieser Ernährungstrend vom Motto: Ganz oder gar nicht! Richtig und konsequent umgesetzt kann die Paleo-Diät durchaus zur Gewichtsabnahme und einem gesteigerten Wohlbefinden führen. Es müssen jedoch stets die gesundheitlichen Risiken, die durch fehlende Milchprodukte oder den erhöhten Fleischkonsum entstehen, bedacht werden. Zudem erfordert der Paleo-Ernährungsstil einen starken Willen, denn die Auswahl und Zubereitung der Lebensmittel kann durchaus aufwendig, weil sehr ausgewählt sein. Zum Schluss der Überlegungen muss man sich selbstverständlich auch die Frage stellen, ob uns heute wirklich bekannt ist, wie sich unsere Vorfahren denn auch faktisch ernährt haben, schließlich ist sich die Forschung hierzu auch nicht immer einig. Und „last but not least“ bedenkt bitte immer: Die Jäger und Sammler vergangener Zeiten haben sich im Alltag überaus viel bewegt, ergo: Wer sich vornimmt, seine Ernährung auf die Paleo-Diät umzustellen, muss damit einhergehend auch eine ausreichende Bewegung, zum Beispiel in Form von Sport, für seinen oder ihren Körper gewährleisten.

Falls Ihr weitere Fragen zur Paleo-Diät habt oder Euch bei der Planung und Umsetzung dieses Ernährungstrends unsicher seid, scheut Euch nicht, meine Hilfe im Rahmen der telefonischen Ernährungsberatung von Lieferello in Anspruch zu nehmen. Ruft einfach in und lasst Euch in aller Ruhe von mir beraten, Ihr werdet sehen, es lohnt sich.

 

Eure Franzi

One thought on “Die Paleo-Diät

  1. Hi Franzi,
    bin gerade auf deinen Artikel gestoßen. Super das du das Thema beleuchtest.
    Was mir an deinem Artikel gut gefällt ist die Gegenüberstellung.

    Einige Aspekte würde ich etwas anders beschreiben.

    Bei den Nachteilen schreibst du, dass man einen Calciummangel erwarten kann, da Milch in der Paleo Diät nicht vorkommt. Dieses Argument hört man immer wieder. Man muss aber sagen, dass Calcium auch über viele andere Nahrungsmittel aufgenommen werde kann. Es gibt ja Menschen, die keine Milch vertragen oder man kennt Urvölker z.B. aus den Tropem, bei denen auch keine Milch auf dem Speiseplan steht. Dennoch sind diese Menschen gesund und haben KEINEN Calciummangel. Es muss also auch noch andere Quellen geben. ich gebe dir allerdings Recht, dass man an dieser Stelle aufmerksam werden sollte.

    Beim Thema Fleisch und Gesundheit muss man auch etwas feiner differenzieren, finde ich. Es kommt primär darauf an, wie die Qualität des Fleischprodukte ist. Das bedeutet Fleisch von Weiderindern ist anders zu bewerten als Fleisch aus der Massentierhaltung. Der Effekt auf die Gefäße resultiert sehr stark aus diesen Umständen.

    Ich lebe seit 5 Jahren nach Paleo, allerdings nach einer 100% Phase heute „nur“ noch 80/20. Das funktioniert super, da es meiner Meinung nach in erster Linie auf das Bewusstsein ankommt. Ich kenne viele Paleoaner, die es ähnlich halten. Paleo ist keine Religion 😉

    Viele Grüße aus Hannover

    Christian

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