Himmlische Pavlova

Als ich an einem momentan leider weniger lauen Mai-Abend mit meinen Eltern auf der Terrasse saß, brachte mein Vater den Kommentar: „Es ist ja bald Pfingsten, darf ich einen Wunsch äußern?“. „Klar“, antwortete ich in meinem geradezu jugendlichen Leichtsinn. „Es ist ja so…“, setzte er an, „du backst so lecker, aber nie für mich!“ (Lüge, wohl gemerkt!) „Ich wünsche mir eine Torte, eine Torte ganz für mich alleine.“

Gesagt, getan!

Ich hoffte auf bessere – gar sommerliche – Temperaturen am kommenden Pfingst-Wochenende und fing an zu grübeln. Ich wollte gerne eine leichte, fruchtige und natürlich trotzdem süße Torte zaubern. Eine gut getarnte Kalorienbombe sozusagen. EINE PAVLOVA!

Um Euch auch Eure Nachmittage mit einem leckeren Dessert zu perfektionieren erkläre ich Euch, wie Ihr eine himmlische Pavlova mit Marshmallow-Creme und frischen Früchten zaubern könnt. Klingt lecker & ist lecker!

Für die Baiser-Böden braucht Ihr:

So stellt Ihr die Böden her:

Zuerst den Backofen auf 130°C (Umluft) vorheizen.

Trennt die Eier und gebt die Eiweiße mit einer Prise Salz in eine große Rührschüssel. Schlagt die Eier mit einem Mixer oder der Küchenmaschine auf, bis sich das Volumen der Masse deutlich vergrößert hat und gebt dann nach und nach den Zucker dazu. Schlagt den Eischnee weitere 5 Min, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat.

Ob der Eischnee wirklich gelungen ist, stellt Ihr fest, indem Ihr ein wenig der Masse zwischen zwei Fingern verteilt. Dabei darf kein Zucker mehr zu spüren sein.

Zeichnet dann auf zwei Backpapiere Kreise mit einem Durchmesser von 24 cm und verteilt den Eischnee gleichmäßig auf diesen. Um eine wirklich himmlische Pavlova zu erhalten, zieht an einigen Stellen mit einem Löffel feine Spitzen aus der Masse hervor und drückt an anderen den Löffel etwas in den Eischnee, um kleine Kuhlen zu erhalten.

Eure zwei Baiser-Böden wandern dann für 1 Stunde und 10 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Nach dem Backen den Ofen nur ausschalten, die Ofentür aber geschlossen lassen und die Böden zusammen mit dem Ofen auskühlen lassen.

Für die Marshmallow-Creme braucht Ihr (erst herstellen, wenn die Böden ausgekühlt sind):

So stellt Ihr die Marshmallow-Creme her:

Vermengt in einem Topf die Glucose und den Zucker miteinander und gebt 125 ml Wasser hinzu. Erwärmt die Mischung bei mittlerer Hitze, bis sich der Zucker gelöst hat und der Sirup klar ist (nicht rühren!!!).

Weicht in der Zwischenzeit die Gelatine in 60 ml kaltem Wasser ein.

Wenn der Sirup klar ist, erhitzt die Mischung auf 110°C (die Temperatur überprüft Ihr am besten mit einem Küchenthermometer). Wenn der Sirup 110°C erreicht hat, schaltet den Topf mit der Gelatine auf schwache Hitze, sodass diese sich löst.

Schlagt dann die Eiweiß mit einem Mixer zu Schnee. Und wartet, bis der Sirup eine Temperatur von 122°C erreicht hat.


Nun kommt der heikle Teil…

Eine Küchenmaschine erleichtert die Arbeit ab hier wirklich!

Fügt den Sirup unter ständigem schlagen dem Eischnee hinzu, indem Ihr Ihn langsam an der Wand der Rührschüssel einfließen lasst (hier müsst Ihr etwas geduldig sein, da euch die Eier sonst gerinnen). Macht das gleiche mit der gelösten Gelatine. Schneidet anschließend die Vanilleschote auf und gebt das Mark zu euer Marschmallow-Masse.  Schlagt die ganze Masse für weitere 5 – 8 Minuten, bis sich das Volumen deutlich vergrößert hat. Die Creme muss steif sein, soll aber keine Fugenspachtel-Masse werden.

Nun liegt es an euch, ob Ihr die Marschmallow-Creme so lassen möchtet, oder sie noch aromatisiert und färbt. Ich persönlich passe die Farbe immer dem Geschmack an, und der Geschmack richtet sich nach den Früchten, die später auf meiner Pavlova landen. Tobt Euch aus! Aber denkt immer daran: Weniger ist mehr. Ihr könnt immer noch einen Tropfen hinzufügen, ist er jedoch erst einmal in der Masse gelandet, könnt Ihr Ihn nicht mehr entfernen.

Gebt die Marshmallow-Masse auf Eure bereits gebackenen Baiser-Böden und verteilt sie mit einem Löffel zwischen den Spitzen und in die Kuhlen.

Für die frischen Früchte braucht Ihr:

So bereitet Ihr die Früchte zu:

Gebt zwei Drittel Eurer Beeren (oder Früchte) in eine Schüssel und haltet die hübschesten Exemplare zurück, die werden später noch gebraucht. Gebt Essig, Limettensaft und Zucker über die Früchte und lasst sie kurz stehen, damit sie das Aroma aufsaugen können.

Für die Sahne-Creme braucht Ihr:

So bereitet Ihr die Sahne-Creme zu:

Schlagt die Sahne steif (Ich bervorzuge hier einen guten, alten Schneebesen) und gebt dabei den Zucker zu. Vermengt den Joghurt mit dem Mark der Vanilleschote und hebt diese Masse vorsichtig unter eure Schlagsahne.

Der heilige Moment: der Pavlova-Zusammenbau

Schaut, welcher Eurer Baiser-Marschmallow-Böden der schönere ist und verteilt auf dem anderen die Hälfte der Sahne-Creme. Auf die Sahne-Creme kommen die marinierten Früchte (auch den Saft mit auf den Boden geben). Setzt dann vorsichtig den anderen Boden obenauf und bestreicht diesen mit der restlichen Sahne-Creme. Legt die aufbewahrten Früchte obendrauf und dekoriert nach belieben mit Minze. Eine Pavlova muss perfekt unperfekt aussehen, das ist Ihr Geheimnis.

Viel Spaß beim Backen und natürlich noch mehr Spaß beim Probieren!

Eure Imke