Keine Sommerparty ohne Rosé

„Kaaaaaaaiiiiiiiii!“ meine geliebte Ehefrau. „Beeil dich mal. Wir müssen los.“  So wird es jetzt den ganzen Sommer durch gehen. Was war noch heute Abend angesagt? Grillen bei Thorsten, bei den Nachbarn in den Garten oder wollten wir zum Strand? „Denkst Du noch an die beiden Flaschen Wein aus dem Kühlschrank?“ Aha, also Grillen bei Thorsten. Zu den Nachbarn müsste ich nichts mitnehmen und an den Strand würde eine Flasche locker reichen, einer muss ja schließlich fahren.

Kaum steht die Sonne höher am Horizont und die Temperaturen steigen, bekommt Simone irgendwie so komische Panikattacken. Bloß nichts verpassen. Ganz viel draußen sein. Freunde treffen. Ein richtiges Feuerwerk an Aktivitäten. Und bald steht sicher auch der Termin für unsere Gartenparty. Ich kann Sie ja auch verstehen. Im letzten Jahr ist fast alles ausgefallen und nun, wo wir geimpft sind, müssen wir alles nachholen. Aber das Programm in diesem Jahr grenzt so ein bisschen an Panik vor dem nächsten Lockdown.

So, nun muss ich mich aber tatsächlich sputen. Die beiden gekühlten Flaschen geschnappt. Einen Rosé für Simone und einen Grauburgunder für mich. Rein in die Kühltasche und ab zu Thorsten. Der wohnt zum Glück gleich um die Ecke. Also 15 Minuten Schlenderschritt und wir sind in seinem Kleingarten. Sein persönlicher Garten Eden im nicht so großen Großstadt-Dschungel. Seine Frau Petra empfängt uns und ein paar andere bekannte Gesichter sind schon da. „Ich schmeiß gleich ein paar Würstchen auf den Grill. Simone, du bekommst natürlich deinen Gemüsespieß und Petra hat Salat gemacht. Gläser stehen da. Aber ihr kennt das ja alle.“

Also 2 Gläser geschnappt. Ab in die Ecke. Flasche Wein auf. Das Leben hat doch seine schönen Momente. So lass ich mir den Sommertrubel gefallen. „Du Kai“, jetzt kommst. Seifenblase geplatzt. „Wann wollen wir eigentlich unsere Gartenparty machen?“ Alle Augenpaare sind auf mich gerichtet, doch ich zucke mit den Schultern. „Keine Ahnung. Du planst doch unsere Termine.“ Das war jetzt ein Fehler, eine echte Steilvorlage. „Dann Samstag in einer Woche.“

Alea iacta est  oder besser morituri te salutant. Das war’s jetzt mit schönem Abend und relaxen. Schnell noch einmal nachschenken. „Oh, du hast wieder den leckeren Wein in den hübschen Flaschen mitgebracht. Die man danach so schön mit Lichterketten dekorieren kann. Wie heißen die noch ?“ fragt Petra.

„Ein Rosé ist ein Rosé und Grauburgunder bei Nacht.“

Ist auch dunkel geworden um mich. Jetzt fehlt nur noch meine Simone. Ah, da kommt es schon. „Kai, was wollen wir eigentlich auf unserer – jetzt ist es plötzlich unsere – Party anbieten ?“ Achselzucken, klar in dieser Situation absolut gefahrlos. Oder? „Typisch, wir machen eine Party – wir! Und ich muss mich um alles kümmern. Du kannst gerne auch mal was dazu beitragen.“ „Ich kümmere mich um den Wein.“ „Du weißt doch noch gar nicht, was es gibt und du legst doch immer darauf wert, dass der Wein zum Essen passen muss.“ Auch passen, denke ich mir und außerdem habe ich da eine Geheimwaffe. Die Weine von Markus Pfaffmann. Von dem sind auch der Rosé und der Grauburgunder, den wir gerade trinken. Bei seinen Weinen habe ich eine riesige Auswahl und es ist für jeden – ob mit oder ohne Essen – was dabei.

Markus kenne ich nun schon seit über 15 Jahren.  Damals war ich auf der Suche nach einer Rebsortenlinie von einem Winzer, um für jeden Geschmack etwas anbieten zu können. Wir hatten zwar schon verschiedene Rebsortenlinien im Sortiment, aber ich wollte ehrliche Weine von einem ehrlichen Menschen und nicht, was leider häufiger vorkommt, gemachte Weine von einem Selbstdarsteller.

Ich habe bisher selten so einen Menschen wie Markus getroffen. Bescheiden und heimatverbunden mit der nötigen Schlitzohrigkeit, die man in dem Geschäft benötigt, aber durch und durch ein feiner Kerl.

Kein Bio aus Mode, sondern Fair’n Green als nachhaltiges und ganzheitliches Verständnis, aus Überzeugung. 

Es steckt viel drin in dem Markus und wir haben uns oft über Stunden ausgetauscht und philosophiert.

Schade, denk ich so bei mir. Markus würde ich gerne einmal zu einer Party einladen. Wir haben komischerweise noch nie einen Abend zusammen verbracht. Uns das zwar immer wieder versprochen, aber irgendwie immer wieder verschoben. Das werde ich ändern! Seine Weine sind zwar oft bei uns zu Gast, aber mit dem Original muss ich jetzt endlich mal ein paar Gläser Wein leeren.

Also Markus, keine Ausreden mehr beim nächsten Besuch!

Cheers, Kai