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Kuba trifft Friesland – Wärmender Grog schnell gezaubert

Es regnet draußen und es ist kalt, einfach nur noch ungemütlich. Ich möchte an diesen Tagen nicht vor die Tür gehen. Wenn ich mich dann doch aufraffe und die ersten Meter durch buntes Laub und nasse Luft gegangen bin, spüre ich schnell, wie der Herbst meine Glieder und Gedanken wieder an den rechten Platz rückt.

Als ich neulich mit meinem Großvater von einem Ausflug an die Ostseeküste zurückkam und wir noch bei lockerem Gespräch und Keksen für eine gemütliche Stunde zusammen in meinem Wohnzimmer saßen, fragte mich mein Opa, ob wir nicht einen Grog trinken möchten. Das wollten wir natürlich! Hatte ich schon lange nicht mehr gemacht, passte super.
Mit norddeutscher Nüchternheit kann man einen Grog als einen „Cocktail“ aus Rum, Kandis und heißem Wasser bezeichnen. Das Mischverhältnis sollte dabei den eigenen Vorlieben angepasst werden. Aber Achtung: Traditionell greift man auf einen starken Rum von mindestens 54% Vol. zurück. Ein Grog bleibt selten ohne Wirkung.
Obwohl ich starkem Rum viel abgewinnen kann und ihn gern mit ein paar Tropfen Wasser trinke, hatte ich an diesem Tag nur einen Havanna Club 7 Jahre 40% Vol. im Haus. Ich beschloss diesen Tropfen eine Chance zu geben, damit er sich in diesem für mich besten Heißmixgetränk neben dem Pharisäer bewähren konnte. Der siebenjährige Havanna Club ist ein großartiger kubanischer Rum der mittleren Preisklasse. Er lässt sich pur trinken und ist keineswegs überteuert, so dass man auch kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn man ihn mal gemixt genießt. Seine milden, blumigen Vanillenoten harmonieren mit seinem hölzernen Mahagoni-Look, der unserem Grog die richtige Farbtemperatur bescheren wird.
Es ist erstaunlich, wie sich aus dem Rum mit zwei weiteren ganz simplen Zutaten, die in der klassischen Barkultur eigentlich keine Verwendung haben, ein Heißgetränk kreieren lässt, das wirklich herausragend klasse schmeckt. Ich habe etwa 4cl Rum und einen Kandisstick von Heiko Blume mit kochendem Wasser aufgegossen. Eigentlich wird Grog in seinem eigenen Glas zusammen mit einem Glasstößel serviert: Das habe ich aber alles nicht im Haus. Die Kandissticks sind unter anderem gerade deshalb klasse, weil sie den Glasstößel ersetzen. Und obwohl selbst der verwendete Rum eher untypisch für einen Grog ist, zeigt meine Variante doch, dass man auch mit den zur Verfügung stehenden Mitteln einen ebenso gut schmeckenden und ansprechend aussehenden Grog mixen kann. Ich hoffe mein kubanischer Grog mit norddeutschen Kandis überzeugt euch genauso wie meinen Opa und mich.
Habt einen schönen Herbst!

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