Albfink-Wodka

Revolution! Dieser Vodka hat es in sich!

Vodka hat, so ist meine persönliche Einschätzung, unter den Spirituosen nicht den allerbesten Ruf: Er ist eher ein Partyschnaps, der nicht selten als Grundlage für Cocktails oder Longdrinks herhalten muss. Grund für diese langläufige Meinung ist sicherlich auch, dass Vodka im Gegensatz zu anderen Spirituosen kaum einen präsenten und markanten Eigengeschmack besitzt. Er verhält sich eher neutral und gibt nur selten etwas von seinem wahren Geschmack preis. Ich bin der Meinung: Höchste Zeit für den Vodka Stellung zu beziehen! Ein guter Vodka ist mehr als eine Zutat für ein Mischgetränk! Man sollte sich nur auf ihn einlassen, um sodann von ihm überrascht zu werden!

 

Vodka wird aus Getreide, vorzugsweise Roggen, oder aus Kartoffeln destilliert. Der zu Grunde liegende Rohstoff trägt viel zum späteren Geschmack bei: Dem Vodka, der auf Getreide basiert, wird eine stärkere Leichtigkeit und eine markantere Süße nachgesagt. Vodka aus Kartoffeln gilt hingegen als schwerer und kraftvoller.

Nach der Destillation braucht Vodka, anders als beispielsweise Rum oder Whisky, keine jahrelange Reifezeit. Ist die meist mehrstufige Destillation beendet, wird der Vodka noch gefiltert und ist ab diesem Moment quasi trinkfertig, jedoch noch sehr stark. Deshalb bringen die Hersteller den Vodka zum Abschluss noch durch Zugabe von Wasser auf eine geeignete Trinkstärke. Die Qualität des zugefügten Quellwassers dient dabei häufig als zusätzliches Aushängeschild für das später abgefüllte Endprodukt.

 

Als ich vor kurzem im Sortiment der Albfink Spirituosen den Albfink Aged Gin 46% Vol. entdeckte, hat der Hersteller mein Interesse geweckt. Überrascht stellte ich fest, dass eben diese Destillerie aus dem Schwäbischen Nellingen auch einen Vodka im Sortiment hat: Den Albfink Wodka 40% Vol. Mit etwa gleichen Vorbehalten gegen den Vodka beschloss ich dennoch mir dieses Produkt einmal genauer anzuschauen.

 

Der Albfink Wodka hat einen Alkoholgehalt von 40% Vol. – für einen Vodka eine normale Stärke. Er wird in einem Kupferbrenner destilliert und anschließend in einem aufwendigen Verfahren durch Akitvkohle gefiltert. Bereits der Duft dieses Vodkas vermittelt einen rundum harmonischen Eindruck: Der Albfink verbreitet sanfte Aromen. Dieser erste Eindruck wird sofort bestätigt, wenn man ihn dann probiert: Dieser Vodka ist großartig weich und nicht, wie man es für eine doch hochprozentige Spirituose erwarten würde, beißend. Schon ein wenig davon im Mund und es breitet sich eine angenehme und gleichzeitig unerwartete Süße aus, die lange anhält. Ich möchte fasst so weit gehen und behaupten, dass man im Glas noch das Getreide, das den Ausgangsstoff für diesen Vodka bildete, im Wind rauschen hört und die Körner im Mund einzeln knuspern.

Ich habe den Albfink Wodka pur bei sommerlicher Zimmertemperatur probiert. Beides kommt meiner Ansicht nach seinem Charakter sehr entgegen.

 

Also, mein Plädoyer für den Vodka – eine Spirituose, die je nach Marke einen ganz eigenen Geist in sich trägt und nicht länger das Dasein einer Schnapsschrank-Spirituose fristen sollte!

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