Wei(h)nachten: Die Saison für außergewöhnliche Weine.

Also ich liebe Weihnachten. Schon als Kind. Für mich war und ist diese Zeit immer etwas ganz Besonderes. Wenn überall die Lichter brennen, es draußen still und kalt ist, dann …. also ich kann es gar nicht richtig beschreiben, bin ich innerlich – ich will nicht sagen beseelt – aber doch in einer besonderen Stimmung.

Simone ist da anders. Die mag Weihnachten eigentlich nicht wirklich. Jedenfalls tut sie immer so, wobei ich ihr das nicht unbedingt glaube. Denn Deko-mäßig hat sie die letzten Jahre ordentlich aufgerüstet und wenn ich meine Armee von Raachermannel (sächsisch für Räuchermännchen) bei uns auf der Vitrine im Flur aufbaue, dann wirbelt sie mit tausenden von Sternchen, Kugel, Figuren, Schwippbögen und Lichterketten durch die Wohnung, dass unseren Katzen Angst und Bange wird. Also für mich ist das doch eine Art von Weihnachtsfieber mit einem großen Unterschied zwischen Simone und mir: Am 27.12. ist sie davon kuriert und bei mir dauert das noch über Silvester an.


Letztes Jahr war Weihnachten schon anders. Ruhiger und noch besinnlicher als sonst. Unsere geliebten Weihnachtsmärkte sind ausgefallen, es gab keine Weihnachtsfeiern und Simone und ich haben als Ersatz Glühwein bei uns im Garten getrunken. Aber sonst war es so, wie eigentlich immer, trotz Corona und den damit zusammenhängenden Horrormeldungen Ende 2020. Ich bin sehr gespannt, was dieses Jahr auf uns zukommt. Die Welt hat sich verändert und ich bin überzeugt, dass sich damit auch Weihnachten für uns verändern wird.

Auch wenn das momentan keiner wirklich wahrhaben will und wir alle auf die armen Engländer und deren leere Regale schielen, bin ich sicher, dass auch wir in diesem Jahr mit dem Mangel von verschiedenen Dingen, die wir als normal betrachten, klarkommen müssen. Nicht nur der berühmt-berüchtigte Zusammenbruch von Lieferketten, die Produktionsausfälle oder die fehlenden Transporte, auch – ich will nicht unbedingt sagen klimabedingt – Ernteeinbußen lassen bei allen, die auf der Beschaffungsseite für unser glückliches Weihnachten verantwortlich sind, bereits seit Monaten die Köpfe rauchen. Auch denken zum Glück immer mehr Menschen über ihren Konsum nach und kaufen verstärkt Produkte, von denen sie wissen, wo sie herkommen und wer es gemacht hat. Nachhaltigkeit, Ökologisch mit sozialen Aspekten sind die neuen Schlagwörter. Weniger, aber dafür richtig und gut, ist das neue Motto.

Nun muss sich aber keiner Gedanken machen. Verhungern oder verdursten muss dieses Jahr zu Weihnachten keiner. Nur, ob jeder am letzten Tag vor dem Feste, so wie gewohnt, noch aus dem Vollen schöpfen kann. Da mache ich mal ein Fragezeichen dran.

Und deshalb haben Simone und ich unsere Wünsche für die letzten Tage des Jahres bereits diskutiert und festgelegt, und natürlich bereits besorgt. 

  1. Wir brauchen einen Glühwein. Im Garten unter dem Sternenhimmel ein Heißgetränk zu genießen, hat uns nämlich super gefallen im letzten Jahr. Jetzt mögen mir alle meine Lieferanten verzeihen, aber Simone und ich sind da festgefahren. Wir selbst trinken den Nordischen Punsch. Zum einen, weil er nach einem alten Rezept eines Kieler Feinkostgeschäftes gemacht ist, zum anderen weil die Familie Stettner mit ganz viel Herzblut jedes Jahr dafür sorgt, dass der Geschmack einfach immer wieder unschlagbar ist.
  2. Heiligabend gibt es Kartoffelsalat und Würstchen. Tja dafür eine Weinempfehlung? Vergesst es! Wir trinken einfach das, was uns Spaß macht. Für Simone wird es also ein Grauburgunder von Heger und weil ich ihr was gönnen möchte, nehme ich natürlich eine erste Lage. Rein theoretisch passt der sogar zu den Würstchen, aber Simone ist ja Vegetarierin, also Soja/Tofu-Würstchen. Ich weiß echt nicht, wie die schmecken. Also einfach kein Kommentar. Ich hol mir was von von Winning. Keine Ahnung was, aber Spaß machen mir die Weine alle.
  3. Am 1. Weihnachtstag kommt meine Mutter und es gibt Hähnchen orientalisch – frei nach Ottolenghi. Kleiner Tipp am Rande: Wer gerne kocht und noch ein Weihnachtsgeschenk sucht. Die Kochbücher von Yotam Ottolenghi. Ist aber was für Fortgeschrittene. Also gibt es einen Rotwein. Aber mit Wumms. So etwas trinkt auch meine Mutter gerne. Der muss ja auch was können, wenn er mit den Gewürzen klarkommen soll. Wir haben uns für einen Barolo von Massolino aus dem Piemont entschieden. Dies kleine Familienweingut macht Barolo auf höchsten Niveau und wird jedes Jahr immer wieder top bewertet. Bei uns gibt es noch den Jahrgang 2011. Der Wein ist jetzt gerade richtig und wird uns sicher zum Hühnchen, danach wahrscheinlich auch und schon davor viel Freude machen.
  4. Zu Silvester trinken wir dann die übrig gebliebenen Flaschen von Weihnachten. Ich kaufe ja immer mit so einem kleinen Puffer die Weine ein. Man weiß ja nie, ob noch jemand zu Besuch kommt. Also brauchen wir nur was zum Anstoßen um Mitternacht. Das wird bei uns definitiv kein Champagner. Erstens gibt es in diesem Jahr nicht genug Champagner, zweitens finde ich persönlich das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht immer stimmig und drittens mögen wir lieber deutschen Winzersekt. Also kaufe ich ein paar Flaschen von meinem Freund Prinz Felix. Ja echter deutscher Adel, aber absolut bodenständig und neben Weinen macht Felix auch richtig guten Sekt. Seinen La Principessa Rosé Sekt kann ich nur jedem empfehlen. Da braucht man keinen Champagner mehr und hat richtig Spaß im Glas.

So, nun kennt ihr unsere ganz persönliche Wunschliste für die richtige Getränkewahl im Dezember. In diesem Jahr darf es auch ruhig ein bisschen mehr als gewöhnlich sein. Irgendwie haben wir den Wunsch, uns was zu gönnen. Das letzte Jahr hatte schon so seine besonderen Herausforderungen und wir befürchten, dass es in 2022 nicht leichter wird. Deshalb frei nach dem Motto „Carpe diem“ nutze den Tag oder einfach: Genieße den Augenblick.

Cheers Kai